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Indien: Eliteeinheiten beenden Terrorwelle in Bombay - Nachrichten Politik - WELT ONLINE

Politik

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Indien

Eliteeinheiten beenden Terrorwelle in Bombay

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29. November 2008, 07:54 Uhr

Fast 60 Stunden nach ihrem Beginn haben indische Sicherheitskräfte die beispiellose Serie von Terroranschlägen in der Finanzmetropole Bombay niedergeschlagen. Bei der seit Mittwochabend andauernden Angriffsserie von Islamisten sind mindestens 195 Menschen ums Leben gekommen.

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Foto: REUTERS

Endlich in Freiheit: Diese Frauen saßen zwei volle Tage lang im Luxushotel Oberoi in Bombay fest. Gemeinsam mit fast 100 anderen Geiseln wurden sie schließlich befreit. Doch der Tag brachte auch schlechte Nachrichten: Mindestens vier Deutsche sind bei den Terrroranschlägen in der indischen Metropole ums Leben gekommen.

Wie der Chef der Elite-Einheit NSG (National Security Guard), J. K. Dutt, mitteilte, wurde am Samstagmorgen nach heftigen Kämpfen auch das Luxushotel „Taj Mahal“ von Terroristen befreit. „Das Hotel ist unter unserer Kontrolle“, sagte er. Drei Terroristen seien getötet, ein weiterer lebendig festgenommen worden. Außerdem habe man Waffen und Sprengstoff gefunden. Am Mittwoch hatten Terroristen insgesamt zehn Ziele in Bombay angegriffen und seither mindestens 195 Menschen getötet, darunter nach Angaben des indischen Außenministeriums auch vier Deutsche. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

Bei dem Einsatz am Samstagmorgen lieferten sich die Terroristen nach Angaben Dutts im Erdgeschoss und in der ersten Etage des historischen Hotelgebäudes heftige Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Ein Mitglied des 200 Mann starken Sonderkommandos sei getötet worden. Mehrfach hätten die Terroristen auch Feuer gelegt, wenn sie in Bedrängnis gerieten. Zeitweise schlugen meterhohe Flammen aus den Fenstern des 560-Zimmer-Hauses. Immer wieder waren auch Explosionen zu hören.

Das Ende der Anti-Terror-Operation wolle er aber erst verkünden, wenn alle Räume des Hotels durchsucht seien, sagte Dutt. „Wir suchen dabei auch nach überlebenden Gästen, die sich in ihren Zimmern eingeschlossen haben könnten und sich aus Angst vor den Terroristen bislang nicht herausgetraut haben“.

Neben dem „Taj Mahal“ hatten die Terroristen am Mittwoch unter anderem auch das Luxushotel „Oberoi Trident“ sowie ein jüdisches Gemeindezentrum, einen Bahnhof und ein Krankenhaus angegriffen. Das „Oberoi Trident“ hatten die Sicherheitskräfte am Freitagnachmittag unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei wurden nach Angaben der Polizei zwei Terroristen getötet. Anschließend habe man in dem Gebäude 30 Leichen gefunden. Rund 100 Gäste waren zuvor gerettet worden, darunter auch zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes (AA) sowie mehrere Lufthansa-Mitarbeiter.

Nach der Erstürmung des jüdischen Gemeindezentrums fanden die Einsatzkräfte am Freitag fünf tote Geiseln, darunter ein Rabbiner-Ehepaar. Nur drei Geiseln wurden lebend befreit. Zwei Terroristen wurden von den Sicherheitskräften erschossen.

Indien machte „Elemente“ im Nachbarland Pakistan für die Anschläge verantwortlich. Wie der Nachrichtensender NDTV meldete, habe ein festgenommener Terrorist bei seiner Vernehmung ausgesagt, dass rund 40 Terroristen an der beispiellosen Operation teilgenommen hätten, die meisten davon aus Pakistan.

Kehrtwende bei Kooperation mit Indien

Pakistan hat am Samstag seine Zusage zurückgezogen, den Geheimdienstchef zu den Ermittlungen über die Anschläge in Bombay nach Indien zu entsenden. Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani hatte das am Freitag angekündigt, nachdem der indische Regierungschef Manmohan Singh darum gebeten hatte. Am Samstag sagte Gilanis Sprecher Zahid Bashir in Islamabad, die Entscheidung sei revidiert worden und es werde nun ein Geheimdienstbeamter mit niedrigerem Rang nach Indien geschickt. Bashir wollte keine Angaben zu der Kehrtwende machen. Auch wer genau und wann zu den Ermittlungen reisen solle, sagte er nicht.

Frankreich flog unterdessen 100 Europäer aus der indischen Hafenstadt aus. Wie das Außenministerium in Paris am Freitagabend mitteilte, sollten sie am Samstagmittag in der französischen Hauptstadt ankommen. Unter ihnen seien auch zehn Abgeordnete und Mitarbeiter des Europäischen Parlaments. Die Heimkehrer könnten an Bord auch medizinisch-psychologisch betreut werden, hieß es.

Der künftige US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge und kündigte einen entschlossenen Kampf gegen den Terror an. Die Täter von Bombay „werden weder Indiens großer Demokratie eine Niederlage bereiten, noch den Willen einer globalen Koalition erschüttern, sie zu besiegen“, teilte Obama am Freitagabend (Ortszeit) mit. Die Vereinigten Staaten müssten Seite an Seite mit Indien und allen anderen Nationen stehen, die terroristische Netze zerschlagen wollen und „hasserfüllte Ideologie“ verdammen. Auch der scheidende Präsident George W. Bush zeigte sich bestürzt von der Anschlagsserie. Nach Angaben des US-Außenministeriums kamen in Bombay auch fünf US-Bürger ums Leben.

dpa/AP/ws

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Eliteeinheiten beenden Terrorwelle in Bombay

Fast 60 Stunden nach ihrem Beginn haben indische Sicherheitskräfte die beispiellose Serie von Terroranschlägen in der Finanzmetropole Bombay niedergeschlagen. Bei der seit Mittwochabend andauernden Angriffsserie von Islamisten sind mindestens 195 Menschen ums Leben gekommen.

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