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Filmstars in "Sexy-Anhalt" Idiot spielt Tolstoi - n-tv.de

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Kult und Kultur


Helen Mirren und Christopher Plummer spielen das Ende einer glücklichen Ehe.

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Freitag, 4. April 2008

Filmstars in "Sexy-Anhalt"
Idiot spielt Tolstoi


Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("Die Queen") hofft, dass sich ihre familiären Wurzeln positiv auf ihre nächste Rolle auswirken. Für die Enkelin eines russischen Aristokraten beginnen am Montag die Dreharbeiten zu "The Last Station". Der Film über das letzte Lebensjahr des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi (1828-1910) ist eine deutsche Produktion mit durchweg englischsprachiger Besetzung. In Anwesenheit der Hauptdarsteller Mirren, Christoph Plummer, James McAvoy und Anne-Marie Duff wurde das Projekt in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Mirren, die bei ihrer Geburt in London auf den Namen Ilyena Vasilievna Mironov getauft wurde, spielt Tolstois Ehefrau Sofia. In die Rolle des Schriftstellers schlüpft Christopher Plummer ("Der Insider"). Der Hollywoodstar hat bereits damit begonnen, sich durch Tolstois Werk zu lesen und ist begeistert von Tolstois Genius. Eingeschüchtert fühlt er sich von dessen geistiger Größe allerdings nicht: Man müsse kein Alkoholiker sein, um einen Alkoholiker zu spielen, ebenso wenig müsse man ein Genie sein, um eines darzustellen, so Plummer. "In diesem Fall spielt ein Idiot einen Genius".
 
Gerührt in Robe
 
Für ihren Part an Plummers Seite will sich Mirren mit der russischen Seele vertraut machen - obwohl sie zugibt, noch nicht mit der Recherche begonnen zu haben. Vorerst hilft ihr Tuchfühlung bei der Vorbereitung auf die Rolle: "Schon bei der Kostümprobe habe ich mich wie meine russischen Großtanten gefühlt". Sie habe sich seltsam berührt gefühlt. Auch die historischen Fotos von Tolstoi auf seinem Landsitz sähen den Bildern ihrer Vorfahren wahnsinnig ähnlich.

Leo Tolstoi 1908: So ähnlich müssen also auch Mirrens Vorfahren ausgesehen haben.
Für Sightseeing in Berlin blieb der "Queen"-Darstellerin zwischen Presseterminen und Kostümproben erst wenig Zeit. Gelegenheit zu Deutschland-Erkundungstouren wird die Crew jedoch noch haben, denn als Drehorte für "The Last Station" nach dem gleichnamigen Roman von Jay Parini dienen insbesondere ostdeutsche Landschaften in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie einige Originalschauplätze in Russland. Über kurz oder lang, so verspricht Mirren, werde sich auch ihre Aussprache verbessern. Bisher spricht sie noch unentwegt von "Sexy-Anhalt".
 
Streit um Tolstois Erbe
 
Neben Plummer und Mirren werden auch Anne-Marie Duff ("Die unbarmherzigen Schwestern") als Tolstois Tochter Sasha, James McAvoy ("Abbitte") als spionierender, naiver Privatsekretär und Paul Giamatti ("Sideways") als Tolstois Vertrauter vor der Kamera stehen. Hollywood-Autor Michael Hoffman wird bei der Verfilmung seines hochgelobten Scripts selbst Regie führen.
 
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Streit um Tolstois Erbe und "die Unmöglichkeit, ohne Liebe zu leben", so Hoffman. Der Schriftsteller wollte nach seinem Tod die Einkünfte aus Bestsellern wie "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" dem Volk widmen. Ehefrau Sofia beanspruchte die Rechte dagegen für sich und die gemeinsamen Kinder. Vom Streit entnervt ergreift Tolstoi die Flucht mit seiner Tochter Sasha (Anne-Marie Duff) und strandet an einem abgelegenen Bahnhof.
 
Produziert wird der Stoff von Jens Meurer (Egoli Tossell Film), Chris Curling (Zephyr Films) und Bonnie Arnold. Als russischer Partner konnte Andrei Konchalovsky gewonnen werden. Die Ausstattung hat Patrizia von Brandenstein übernommen, die für ihre Arbeit in "Amadeus" mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Im Frühjahr 2009 kommt "The Last Station" in die Kinos.


Helen Mirren spielt Die Queen



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